· 

200 km - Tour

Radsportfreunde bewältigen die Marathondistanz

 

Und es gibt sie noch: Nach so vielen Jahren auf dem Sattel hatte der Radtourenwart der gelb-schwarzen Rennradler der Radsportfreunde Greven wieder eine neue 200-km-Strecke aus dem Hut gezaubert. Die Zauberei war allerdings hart erarbeitet: Neben akribischer Vorbereitung am heimischen PC wurde die Strecke noch mehrfach auf zwei schmalen Reifen – zuletzt in der großen Sommerhitze – abgefahren und jeder Zentimeter auf Tauglichkeit geprüft. So war es kein Wunder, dass am vergangenen Samstag eine wunderschöne Strecke in großem Bogen um Münster herum pannenfrei abgeradelt werden konnte. Wie immer erfolgte die Verpflegung alle 50 Kilometer aus dem Begleitfahrzeug heraus.

Die erste Pause in Bad Rothenfelde konnten die Teilnehmer zum Glück überdacht auf dem Sportplatz genießen. Statt großer Hitze oder strammem Wind wie im Vorjahr wartete das Wetter dieses Jahr zur Abwechslung mal mit einem ergiebigen Regenschauer auf, der die wasserfesten Sportler über die nächsten 30 km begleitete.

Fast wieder trocken wurde dann auch schon der zweite Halt an der Potts Brauerei in Oelde erreicht. Heißer Kaffee, belegte Brötchen und Bananen füllten die Energiespeicher für die zweite Hälfte der Strecke. Die Getränkeflaschen wurden mit Wasser und Elektrolytpulvern aufgefüllt, obwohl der eine oder andere wehmütige Blick in Richtung Brauerei nicht zu übersehen war. Aber immerhin lagen noch 100 Kilometer vor den Sportlern, dies allein ist schon eine Strecke, die vielen Mitmenschen ein gewisses Maß an Bewunderung abringt.

Doch gerade die zweite Hälfte verging wie im Flug. Ein bisschen Paris-Roubaix-Feeling konnte am Wasserschloss Westerwinkel über das Kopfsteinpflaster genossen werden, bevor für die dritte Pause bei Kilometer 160 der reservierte Tisch im Biergarten des Landgasthauses Erdbüsken bei Ascheberg angesteuert wurde. Mit Kaffee, Kuchen und natürlich alkoholfreien Kaltgetränken waren die letzten 40 km Richtung Greven dann nur noch Formsache.

Apropos Formsache: Obwohl bedingt durch Corona dieses Jahr das gemeinsame Training montags und mittwochs erst recht verspätet begann, konnten mit vielen selbstorganisierten Fahrten in Kleingruppen die ausgefallenen RTFs (Radtourenfahrten) an den Wochenenden bestens kompensiert und Topform aufgebaut werden. Bis auf den Regenschauer hatten die Rennradler auf ihrer diesjährigen Marathontour optimale Bedingungen: Moderate Temperaturen, kaum Wind, keine Pannen – im Ergebnis eine flotte Geschwindigkeit über die Langdistanz, was am Abend in der heimischen Gastronomie gebührend gefeiert wurde.