Radfernfahrt "Tour des Amis" 2018

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Montargis - Greven

vom 07. September bis 14. September

 

    

Anlaß:

Im Jahr 2018 besteht die Städtepartnerschaft zwischen Greven und Montargis 50 Jahre. Aus diesem Anlass möchten unter dem Dach der Partnerschaftskommitees Greven und Montargis, sowohl die Radsportfreunde Greven, als auch die „französische Seite“ erneut eine „Fernfahrt mit Rennrädern Montargis – Greven“ organisieren.

Ziel:

Die Radsportfreunde Greven wollen zum Partnerschaftsjubiläum einen Beitrag leisten, um so der gesellschaftlich – sportlichen Aufgabe als Verein gerecht zu werden, und gerade in der heutigen Zeit ein Signal für das Bewahren und Fortführen der Städtepartnerschaft zu geben.

Projektrahmen:

Das Vorhaben soll als eigenständiges Projekt des RSF Greven - unter Einbeziehung der französischen Seite - als Beitrag des Vereins zum „50 Jährigen“ durchgeführt werden.

Durchführung:

Tour mit Rennrädern in 6 Etappen von Montargis nach Greven vom 07.09.18 – 14.09.18. Anreise nach Montargis mit PKW/Bus und Bahn. Übernachtung in Hotels. Offizieller Empfang bei Ankunft in Greven. ( Organisation durch Partnerschaftskommitee Greven). Gemeinsame Teilnahme an den Feierlichkeiten. Wie einige „Veteranen“ wissen, bedeuten die 6 Etappen Anstrengung und Schweiß aber bei der Zielankunft in Greven auch „Großes Kino“.

Teilnehmer:

Von deutscher Seite zur Zeit 7 Rennradfahrer + 1 Fahrer mit Begleitfahrzeug. Die Teilnehmerzahl aus Montargis war bei Redaktionsschluß noch nicht bekannt.

Tourbeschreibung:
6 Etappen
Länge der Etappen: zwischen 100 und 150 km
Länge ges. : ca.689 km
Höhenmeter ges: ca 5450 hm, pro Tag durchschnitlich 910 hm.
Start: Montargis, Frankreich

Etappenorte:
1. Château Thierry, Frankreich
2. Rozoy-sur-Serre, Frankreich
3. Charleroi, Belgien
4. Genk, Belgien
5. Wesel, Deutschland
6. Ziel: Greven, Deutschland

 

Autor: Wolfgang Klaus

Zwischenbericht von der „Tour des Amis“

 

Bergfest! Die Hälfte der Tour ist schon Geschichte. Zeit für ein kleines Zwischenfazit.

 

Wenn erwachsene Männer strahlen wie Honigkuchenpferde, dann muss etwas Besonderes geschehen sein.

Wir haben uns nicht vorstellen können, wie einmalig, bombastisch emotional genial (ich scheue mich ein wenig zu sagen: „Affengeil“)

diese Tour ist. Die Anfahrt ist ein notwendiges Übel. Dabei ist das Transportmittel, sei es S-Klasse oder öffentliche Verkehrsmittel, relativ egal.

Aber dann der Empfang in Montargis, nicht großer Bahnhof sondern herzlich und echt. Das erzeugt Wohlfühlatmosphäre. Der Samstag mit Stadtrundgang, Teilnahme an dem Event der Vereine Montargis, der anschließenden kleinen Radtour am Kanal mit Pause in einem Irisch Pup und einem gemeinsamen Dinner hätte besser nicht sein können. Daher wahrscheinlich auch die kleine Wehmut als wir uns, verabschiedet von unseren französischen Freunden, auf die Strecke begeben.

 

Weites Land mit durch große Flächen Ackerland, unterbrochen durch kleinere Wälder und durchzogen von 2 quer verlaufenden Flusstälern, kennzeichnen die ersten 150 km bis Chateau Thierry. Dass unser Begleitfahrzeug zwischenzeitlich einen Bach queren muss, liegt an einer wegen eines Flohmarktes gesperrten Ortsdurchfahrt. Da wir unsere Räder ausnahmsweise in diesem Abschnitt schieben, kommen sofort Gespräche mit den Einheimischen zustande. Den Anfeuerungsruf „Alez“ rufen uns die Kinder zu. Kurz vor dem Ziel kommt ein „Zug“ zustande, alle in einer Reihe und mit höchstmöglicher Geschwindigkeit knallen wir die Strecke entlang. Das setzt die „Glückshormone“ in ungeahnter Weise frei. Wer aber gedacht hat, es geht so weiter bis zur Unterkunft, wurde schnell eines Besseren belehrt. 2 km vor dem Ziel rechts ab und dann: Das muss jetzt nicht mehr sein! Eine Wand! Sie fängt ganz langsam an und wird immer steiler. Und wenn Du denkst, Du bist oben, kommt eine Kurve und noch eine. 1800 Meter Anstieg mit immer steileren Rampen waren schon eine echte Herausforderung.

 

Während die erste Etappe zwar lang, aber vom Profil her trotz der 1250 HM sanft war, zeigte die zweite ihre Ruppigkeit. Das Hoch und Runter ohne Flachstücke zum Erholen verlangten viel. Tecklenburg hat 5 verschiedene Anstiege (den 6. lasse ich mal außen vor). Wenn diese Anstiege an einem Tag ca. 50-mal erklommen werden, gibt das vielleicht eine Vorstellung von den Anforderungen der 2. Etappe. Die Erlebnisse im 2. Etappenort waren so vielfältig und können nur im Zusammenhang erzählt werden. Das sprengt diesen Rahmen.

 

Die 3. Etappe war die giftigste bisher, wurde aber bei Sonnenschein und gutem Wind wie bisher immer unfallfrei und ohne Defekte bewältigt. Ein Erlebnis hatten wir jedoch. Du gehst in ein Lokal und Dir wird durch non verbale Kommunikation signalisiert, dass Du verschwinden sollst. Eine neue Lebenserfahrung! Diesmal warst Du der „Unerwünschte“.

 

Die 4. Etappe war etwas für "Roller". Die "Bergziegen“ hatten bereits ihr Terrain. Mein Zimmernachbar hatte ein breites Grinsen im Gesicht, die Mundwinkel kamen nicht mehr runter. Endlich konnte er seine Fähigkeiten ausspielen und vorne fahren. Allerdings war ihm das Wetter nicht ganz hold. Nach einer Kaffeepause ca. 30 km vor dem Ziel kam der Wind statt wie bisher von hinten nun von vorne. So ist das Leben!

 

Soweit ein Zwischenbericht von der Tour

 

 

Zieldurchfahrt in Greven

 

Die Geschichte der beiden letzten Etappen ist schnell erzählt.

 

Bei Nieselregen und Nebel starten wir in Genk zur 5. Etappe. Folgerichtig kommt es auch zur einzigen Reifenpanne der Tour. Das bei der Reparatur erst mal der defekte Schlauch wieder eingebaut wird, sorgt nur für eine weitere Anekdote auf dieser Tour, die zum Schmunzeln anregt. In den Niederlanden fahren wir dann auf Strecken, wie von einem „Bauernlineal“ gezogen, 30 km ohne eine Kurve. Da muss man aufpassen, dass man nicht einnickt, denn die Beine treten von allein und der Kopf hat nichts zu tun. Die Fahrradstraßen sind ein Gedicht. Hier wird der Radfahrer beim Straßenbau offensichtlich als gleichberechtigter Teilnehmer angesehen. Warum geht das bei uns eigentlich nicht?

Vier Sterne Hotel ohne Aufzug in Wesel sind auch eine neue Erfahrung. Aber die Lage, das Dinner und die Vorfreude auf die letzte Etappe machen alles wett.

 

Der letzte Tag! Die Sonne ist gerade zu erahnen, der Frühnebel hängt über den Feldern und 6 Grad Außentemperatur. Ein wundervoller Tag kündigt sich an. In Coesfeld, unserem letzten Rastplatz, stoßen unsere Sportfreunde aus Greven zu uns. Mit ihnen genießen wir ein Gläschen Champagner. Das muss sein! Stil und Formen müssen auch bei Amateuren gewahrt werden. Herr Palomba, der Erste Beigeordnete der Stadt, findet (wie zugesichert) auch zu uns. Er wird ohne viel Federlesens zum Sportsfreund „Cosimo“ und als Mitglied der Truppe eingegliedert.

Die Fahrt zum Vosskotten ist purer Genuss. Dort erwarten uns weitere Begleiter für die letzten Meter. Wir haben Muße, und die Gespräche über das Erlebte verbreiten gute Stimmung. Das Begleitfahrzeug der Polizei wird mit Fähnchen und Farbbändern, dem Anlass angemessen, „aufgehübscht“.

 

Und dann geht es los: In 2er-Reihe hinter dem Polizeifahrzeug her zur Zieldurchfahrt. So oft hat man das nicht und dementsprechend stellt sich auch der Putenpelz (auch Gänsehaut genannt) ein.

 

!! Zieldurchfahrt !!

 

Strahlender Sonnenschein, aufpeitschende Musik, ein Moderator, der es kann, und jubelnde Grevener! Was willst Du mehr?

 

Der Kreis hat sich geschlossen. Die herzliche Aufnahme in Montargis durch unsere französischen Freunde findet durch den jubelnden Empfang in Greven seinen Abschluss.

 

Das RSF-Team

 

Bericht: Wolfgang Klaus


Die Tour wird finanziell unterstützt von: